Die Eule auf meiner Schulter

Eine Eule sitzt auf meiner Schulter und schaut mir beim Schreiben auf die Finger.
Mein „Heilerin sein“ wandelt sich.
Das spüre ich in den letzten Tagen.
Es bekommt eine andere Tiefe und andere Orte.
Es wird größer.
„Wieso bist du gerade jetzt da“, frage ich den gefiederten Besuch aus der Anderswelt.
„Weil du mich brauchst“, ist die klare und sehr logische Antwort auf meine Frage.
„Wobei genau unterstützt du mich gerade, lieber Freund?“
„Du musst durch die Nacht. Deine Seele öffnet sich langsam aber beständig für ihr wahres Sein. Ich weiß, wie man in der Nacht den klaren, fokussierten Blick behält“, erklärt mir der Begleiter daraufhin weiter.
In der Tat fällt es mir in den letzten Tagen oftmals nicht leicht den Überblick zu behalten, wenn die Angst mich überrollt.
„Deine Beziehungen verändern sich, der alte Schmerz bricht auf, einiges geht zu Ende, vieles beginnt neu. Das schmerzt dich, aber es ist die Kraft, die daraus frei wird, die dich zu deiner Bestimmung führt.“
Ich verstehe, auch wenn ich gerade selbst nicht weiß, wohin alles führen wird. Es tut gut, die liebevolle Präsenz der Eule an meiner Seite zu spüren. Eine Beziehung hätte ich lieber nicht auf die Art und Weise verloren, wie es gerade geschieht. Andererseits fühle ich sehr genau, dass sie in der aktuellen Form nicht mehr weitergehen kann. Sie funktioniert nur, wenn ich mich selbst darin verrate. Ich darf nicht wirklich ich sein und sie überschreitet meine absoluten Grenzen. Dazu bin ich nicht mehr bereit. Vielleicht gibt es einen Neunanfang irgendwann…
Die Eule streichelt mir mit dem Flügel zart über den Kopf. „Du hast den Kontakt zu uns. Wir werden dich begleiten. Sei dir sicher“, tröstet sie mütterlich, während ich mich in Gedanken anschmiege.
Stumm genieße ich die Eulenenergie um mich herum und lasse mich ein Stück durch die Lüfte tragen.
Unsere Seelentiere sind wertvolle Begleiter. Sie zu entdecken ist ein Schatz. Mit ihrer Führung heilen Sie und bringen uns auf den Weg, unserer Bestimmung.

Morgen und Elster


Bin gerade eben aufgestanden,
habe angefangen durch die Welt zu wanken,
mich in das Grau des Morgens zu begeben
und in Gedanken meinen Tag zu weben.

Stell mir noch im Traum schon viele Fragen.
Welchen Plan wird meine Seele haben?
Wie geht es weiter? Wo will ich hin?
Bin ich richtig wo und wie ich bin?

Zum Fenster schaut die Elster rein,
Regentropfen fall’n auf Stein,
zerspringen beim Aufprall auf der Erden –
wie kann ich hier nur glücklich werden?

Liebes, lass das Denken sein,
spüre in dein Herz hinein,
denn bei allem Schmerz der ist,
weiß es wer du wirklich bist
und lass eines dir jetzt sagen,
du bist gewiss in allen Tagen
gut, genug und liebenswert,
egal was dich das Leben lehrt.

Die Seele bleibt trotz allen Dingen,
und Schmerzen die Erfahrung bringen.
strahlend rein wie Diamant –
Engel reichen dir die Hand.

Die Elster balanciert geschwinde
übers Dach trotz Gegenwinde
und hebt ab zum freien Flug –
Das ist es was das Leben tut.

17.11.2016, © Copyright by Sofie Dreßler