Samhainhimmel


Heute ist so ein wunderschöner Herbsttag! Die Autostrecke durch den Wald heute Morgen war richtig zum genießen. Der Himmel ist klar und doch liegt immer wieder leicht glasiger Nebelschleier hoch am Horizont. „Die Schleier werden dünner“, denke ich beim Anblick der Natur. Es ist Samhain.

Die Kelten feierten zu dieser Jahreszeit ein ausgelassenes Fest zusammen mit ihren toten Ahnen. Sie deckten den Tisch für mehr Personen ein, als in der menschlichen Welt anwesend waren, luden die Verstorbenen ein und freuten sich, dass die Schleier zur Anderswelt einmal im Jahr so dünn sind, dass es möglich ist dieser anderen Welt und ihren lieben Verstorbenen zu begegnen. Rat, Kraft und Hilfe bekam man von den Seelen.
Bräuche um Allerheiligen gibt es viele.

Ich persönlich wünsche mir in diesen Tagen, dass immer mehr Menschen diesen Bezug zu den Anderswelten wiederfinden, wie er uns allen einmal so selbstverständlich war, bevor das Christentum uns die Wurzeln wegnahm.
Auf den Friedhof werde ich morgen nicht gehen. Meine Verbindung zu lieben Vorfahren spüre ich auf eine andere Weise. Ich werde an sie denken, ihnen eine Kerze anzünden und mit ihnen reden, wie es sich ergibt. Es geht nicht um die äußere Ausübung von (pseudo-)religiösen Handlungen, sondern um die innere Haltung dabei und das was uns unser Herz und Bauch an diesen Tagen erzählen. Dort können wir über unser Gefühl uns selbst und die Anderswelt erfahren. Erlaubt ist alles, womit man sich wohlfühlt. Dazu gehört auch, dass es vollkommen legitim ist, diesen Kontakt oder das absolvieren von irgendwelchen Ritualen abzulehnen, wenn es im Leben vom ein oder anderen derzeit einfach (noch) nicht stimmig ist. Die Anderswelten machen uns Angebote. Was wir annehmen entscheiden wir selbst ohne jede Wertung. So oder so ist es dann aber eine bewusste Entscheidung mit dem Wissen dass es die andere Welt gibt, wenn wir Hilfe oder Kontakt wollen. Dann findet jeder seinen ganz eigenen Weg, wie er diese Tage verbringen möchte.
Mit sich und den Anderswelten im Einklang. 🙂

Herbstluftspiele


In den Wipfeln der großen Birken rauscht der Wind. In herbstlicher Weise streicht er durch die großen Baumkronen der Bäume und wiegt sie sanft hin und her. Ich sitze auf der Bank vor meinem Haus und genieße die Sonnenstrahlen. Die Luft glitzert. Andächtig höre ich dem Treiben der Windgeister zu. Mal ist es ein leises flüstern, dann wieder flutet es in ein lautes Rauschen. Sie kämmen durch die feinen Äste und streifen die lose gewordenen Blätter und Blüten ab, um den Pflanzen bei den Vorbereitungen für den Winter zu helfen. Ihr Spiel kommt aus der Vergangenheit und bringt uns vom jetzt in die Zukunft. Energiezeitreisende. Im Fluss sein. Die Natur mit ihren Bewegungen spüren. Die Blätter tanzen. Rot leuchten die Hagebutten aus den Rosensträuchern. Und während ich naturlausche und zusehe, wie die Welt langsam beginnt die letzten Ernten einzufahren und sich auf die nächste Jahreszeit vorbereitet, überlege ich mir still wofür es jetzt für mich an der Zeit ist und was ich nun in diesem Jahr „ernten“ darf. Flink wie die Elfen im Garten springen meine Gedanken dorthin, wohin der Wind sie treibt und malen Bilder aus meinen Erinnerungen. Herbstluftgedankenspiele.