Eulundra trifft die Eulenfrau

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Ins Herz schuhut: Gandalf, die kleine Weißgesichtseule, nimmt gemütlich auf meiner Hand platz und blickt tief in meine Seele.

Eulundra hat nicht umsonst die Eule als Teil des Namens. Schon lange begleiten mich die Tiere als weise Unterstützer im Alltag und bei der Arbeit.
Ein beeindruckendes, euliges Erlebnis durfte ich mit den Eulen von Bianka Wolf machen. Die Falknerin und Heilpraktikerin hat mit den gefiederten Freunden ganz besondere Therapiekollegen an ihrer Seite. Sind sie anwesend, braucht es nicht viele Worte um Emotionen fließen zu lassen.
Von der kleinen Weißgesichtseule „Gandalf“ bis zur großen Uhu-Dame „Saphira“ hat jede Eule ihre eigenen Lektionen im Gepäck. Während manche gerne kuscheln und sich streicheln lassen, fordert Saphira Respekt und die Wahrung ihrer Grenzen. Dann setzt sie sich auch auf den Arm und ist bereit dort etwas zu verweilen.
Tief ins Herz blicken sie alle.
Neben Lachen und Freude, sind auch Tränen im Therapieraum willkommen. Bianka weiß als Fachfrau und mit ihrer einfühlsamen Art damit umzugehen. Ihr Mann ergänzt bei Bedarf mit seinem Know-how als Live- und Businesscoach, um das Leben in glückliche Bahnen zu lenken.
Auch bei mir fließen die Tränen, als mit dem Chacokauz „Radagast“ auf der Hand der Stresspegel das erste Mal seit Monaten etwas abfällt. Trotz meiner Aufgewühltheit ruhen die Eulen in sich. Sie vermitteln Stabilität, wo für mich die Welt ins Wanken gerät. Ich heile. Meine Seele findet Raum. Auch im Gespräch.
Am Ende gehe ich mit guten neuen Ideen und dem Gefühl mir selbst nahe gekommen zu sein nach Hause. Die Erfahrung hat mich bereichert. Auf allen Ebenen.
Meinem Krafttier Eule bin ich auf diese Weise ein großes Stück näher gekommen.
Wenn bei Bianka Wolf die Eulenaugen in die Seele blicken und sie als Mensch die Hand reicht, entsteht der Raum ganz selbst zu sein und alles wird möglich.

Schon wieder das Ego…

Das Ego oder auch niedere Selbst ist in der spirituellen Szene oft eher unbeliebt.
Man strebt nach den Erkenntnissen des höheren Selbst, wohl auch, weil es dort so etwas wie Existenzängste und Unsicherheiten scheinbar nicht gibt und es das Leben vermeintlich angenehmer macht. Es geht um Ganzheit, so sein zu wollen, wie man selber wirklich ist, die eigene Seele voll zu entfalten. An sich ein toller Wunsch! Ein Weg muss her in diese rundum glückliche, sichere Welt des höheren Selbst, dass alle Antworten kennt. Also losmeditiert, dann ab zur Yogastunde, direkt hinein in den „Vegan essen“-Kurs, weil die Ernährung den Kontakt wohl maßgeblich beeinflusst, nicht mehr Werten, keine Bedürfnisse haben, nur noch lieben. Vergessen wird dabei, dass das Ego zur Ganzheit dazu gehört. Was der Highway zum Glück und sich selbst sein sollte, wird dann nicht selten eine rasende Kamikazeflucht vor dem irdischen sein, die irgendwo im Nirgendwo endet.
Das Ego, das arme Kerlchen, wird dabei völlig unterschätzt.
Wir sind beides – geistig, seelische Wesen und körperlich inkarnierte Menschen.
Wir brauchen den Kontakt nach oben zu unseren spirituellen Wurzeln genau so, wie die Wurzeln hier auf dieser Erde zu unserer Erdmutter.
Während uns das höhere Selbst die Infos und Führung zur Verfügung stellt, um unseren Seelenplan und die Bedürfnisse unserer Seele wahrnehmen zu können, ist uns das Ego die sichere Landkarte was wir ganz praktisch hier auf der Erde brauchen und wo es fehlt. Es zeigt uns den Ansatz, um die spirituellen Dimensionen auch umsetzen zu können. Wo unser Körper leidet, da leiden wir insgesamt. Das ist ja gerade die Herausforderung die Weite unseres geistigen Ursprungs im beschränkten körperlichen Menschenkörper umzusetzen. Wenn wir reine seelische Wesen sein wollten, bräuchten wir nicht zu inkarnieren und Erleuchtete, die es bereits zu Lebzeiten geschafft haben, wieder rein seelische Wesen zu sein, tun das in der Regel auch nicht mehr.
Es ist das Ego, dass uns zeigt, dass es jetzt Zeit ist sich abzugrenzen, um bei sich selbst bleiben zu können.
Es ist das Ego, dass uns durch Angst, Neid und Unwohlsein zeigt, wo ein Mangel herrscht, der behoben werden sollte.
Es ist das Ego, das uns erlaubt zu werten, um den richtigen Weg für uns zu finden.
Und das ist gut so!
Einen eigenen sicheren Standpunkt und eigene Werte zu haben, ist gerade in der heutigen Zeit wichtiger denn je!

Das Ego ist ein gleichberechtigter Teil von uns. Wenn wir unser Ego, unser Ich, verlieren, verlieren wir uns selbst.
Das Ego ist unser Kompass auf dem Weg zurück nach Hause zu uns selbst, das es Wert ist gehört zu werden, anerkannt zu werden und mit dem wir zusammenzuarbeiten müssen, wenn wir glücklich sein/werden wollen.
Ein „Daumen hoch“ und „gefällt mir“ für das Ego. 😉

Der Heiler hat immer Recht!?

Der Heiler hat immer Recht.
Er besitzt besondere Fähigkeiten, die andere Menschen nicht haben und die er zusätzlich noch jahrelang besonders trainiert und geschult hat. In die Ausbildung hat er oft viel Zeit und Geld investiert. Er sieht in die Aura, spürt Energien, kann mit Wesen aus der geistigen Welt kommunizieren, erhält Führung und Anleitung von seinen Geisthelfern und hat besondere Kräfte die es Ihm erlauben die Selbstheilung seines Klienten anzuregen. Gute Gründe von sich selbst mehr, als überzeugt zu sein.
Jemanden der derart Begabt ist und derartige Fähigkeiten hat, hinterfrägt man in seinen Aussagen doch nicht! Oder doch!? Immerhin darf man dankbar sein, dass einem diese Botschaften übermittelt wurden. Oder etwa nicht!?

Die Einleitung ist bewusst etwas provokant gewählt, da ich an dieser Stelle gerne zum nachdenken anregen möchte.

Ich bin Heilerin aus Leidenschaft.
Ich lebe und liebe diese Tätigkeit aus vollem Herzen.
Ich bin dankbar für die wundervollen Fähigkeiten, die mir gegeben sind.
Und für das medizinische Grundwissen, das ich gelernt habe.
Ich bin dankbar für das Vertrauen, dass meine Klienten mir schenken.
Ich bin dankbar für jeden kritischen Klienten, der meine Aussagen für sich nachspürt und überprüft und damit zeigt, dass er bereit ist auch sich selbst zu trauen.
Ich freue mich über die kleinen und großen Erfolge, die ich täglich als Lohn für die gemeinsame Arbeit mit den Klienten sehen darf!

Immer wieder erlebe ich es, dass Menschen vor mir sitzen, für die ich nicht die erste Heilerin bin, die Sie aufsuchen. Sie erzählen mir z.B., dass Herr/Frau XY gesagt hat, dass Sie nur wieder gesund werden, wenn sie jetzt sofort etwas bestimmtes tun oder sich von etwas bestimmten trennen. Dass sie die Ursache für ein Problem ganz klar in einer bestimmten Situation/Verhalten erkennen. Dass Ihre Aura an einer bestimmten Stelle einen schwarzen Fleck habe und das für etwas schlechtes stehe. Oder die eigene Wahrnehmung der Klienten wird völlig untergraben, weil Herr und Frau Heiler XY ja viel besser spüren, welche Wesen da um jemanden herum sind, etc. Das Bauchgefühl klopft vielleicht an und rumort, aber Herr und Frau XY wissen es ja bestimmt besser, als sie selbst.
Derartige Erfahrungen hinterlassen dann eine Not, weil der/die Klientin nicht wissen, wie sie nun damit umgehen sollen. Die „Bilder“ die vermittelt wurden lassen sich nicht integrieren. Das Verhalten kann nicht so geändert werden, wie es vorgegeben wurde. Situationen lassen sich nicht so einfach abschließen. Was da erzählt wurde macht Angst. Die Ratschläge werden teils verzweifelt Versucht umzusetzen, doch das führt nicht zu einer Lösung des ursprünglichen Problems, sondern führt sogar noch zu einer Verschlimmerung. Die Scham kommt dazu, dass man das einfach nicht hinkriegt und zu schwach dazu ist. Besonders gefährlich wird es, wenn der Heiler XY auch noch damit spielt, alle Verantwortung abwehrt und das nicht funktionieren seiner Ratschläge, als Unvermögen des Klienten deutet.
Bis die Klienten sich trauen sich Hilfe für diese Nöte zu holen und so mutig sind eine „Zweitmeinung“ einzuholen dauert es oft.

Liebe Klientinnen,
Heiler sind Menschen!
Alle!
Genau wie Ihr.
Mit Fehlern und Schwächen.
Je nach Fähigkeiten, Begabungen und Ausbildungen haben HeilerInnen die Möglichkeit Impulse zu geben, die die Selbstheilungsfähigkeiten anregen.
Wenn sich etwas nicht gut für euch anfühlt, ist es nicht gut.
Der best-gemeinte Heilimpuls kann nicht Heilen, wenn er wieder zu einer Blockade führt, weil irgendetwas daran nicht stimmig ist und euer Bauch rumort oder anderer Meinung ist.
Bei einem guten Heiler, ist es möglich darüber zu sprechen und das zu klären ohne dabei ein schlechtes Gefühl vermittelt zu bekommen oder in irgendeiner Art und Weise Druck oder Zwang zu verspüren. Schon gar nicht sollen Aussagen oder Teile der Anwendungen Angst machen!
Wenn das der Fall ist – Hände weg!
Und sich bei Bedarf Hilfe holen!
Ein guter Heiler/Heilerin wird es begrüßen die innere Stimme seiner KlientInnen hören zu dürfen, das entgegengebrachte Vertrauen wertschätzen und respektvoll sein weiteres Tun daran ausrichten. Er/Sie ist nicht abgehoben und schwebt in anderen Welten, sondern besitzt eine gesunde Bodenhaftung!
Wie soll jemand der dauerhaft in einer anderen Welt schwebt, jemandem helfen, der in dieser lebt!?
Ich bitte meine Klienten in der Regel darum mir ihre Gefühle und Wahrnehmungen während einer Anwendung rückzumelden, dass wir darüber reden können und gegebenen Falls eine Lösung finden, wenn etwas nicht stimmig sein sollte. Die Heilimpulse müssen individuelle den Menschen angepasst werden und nicht umgekehrt. Genau so, wie die Geschichte jedes einzelnen Menschen unterschiedlich ist, so ist es auch der Weg der Heilung.

Euer Bauch hat, was euere Heilung betrifft, immer recht!
Nicht der Heiler oder die Heilerin und keine andere Person dieser Welt!
Sie dürfen euch lediglich das Werkzeug reichen, das ihr gerade braucht.

Der kleine Hausaltar

Der kleine Hausaltar ist aus meinem Alltag nicht mehr wegzudenken.
Auf einer niedrigen Kommode in meinem Praxisraum hat er seinen festen Platz gefunden und begleitet mich durchs Leben. Dort Meditiere und Chante ich, feiere Rituale, Böthe und Bespreche suche meine Mittelchen zusammen, die ich in der Praxis brauche, unterhalte mich mit meinem Schutzengel und anderen feinstofflichen Helfern und führe andere wichtige Bestandteile meines Heilerinnenlebens aus.
Wie eine Hausapotheke gehört so ein Ort in jeden Haushalt.
Er dient nicht nur als „Arbeitsstätte“ für spirituell oder heilerisch Tätige, sondern auch als fester Bezugspunkt zu den helfenden und schützenden Wesen um uns herum. Es braucht nicht zwingend die großen Rituale. Immer wieder kurze Gedanken oder ein paar Atemzüge voll Aufmerksamkeit für sich selbst und die Umgebung reichen, um ihn lebendig werden zu lassen. Er ist gleich einem Fenster, das wir öffnen können, um Schutz und Hilfe zu uns einzuladen. Ich komme mit all meinen Bitten und Sorgen dort hin und stelle auch gerne immer wieder ein kleines Schälchen mit Mehl ab, zünde ein gutes Räucherstäbchen an oder bringe frische Blumen mit, um meinen Helfern für Ihre Unterstützung zu danken. Die Zwischenwelt schätzt es, wenn wir nicht nur nehmen, sondern auch geben. Bei Unwettern oder Gewittern, zünde ich die Kerze an und bitte um Segen und Schutz. Situationen im Alltag gibt es viele, bei denen er hilfreich und wohltuend ist und jeder wird selbst aus dem Bauch heraus am besten finden, was die persönlichen Wesen mögen, wozu sie anregen oder wann man einfach gerne dort ist. Je mehr wir diesen Kontakt pflegen und je öfter wir uns dort aufhalten um einfach schöne Dinge zu tun, desto mehr ziehen wir uns an positiver Energie und helfenden Wesen in unser Leben, die uns im Ernstfall unterstützen und führen. Ich konnte feststellen, dass ich dort besonders gute Einfälle habe und mich automatisch wohlfühle. Wir schaffen einen Raum mit schön schwingender Energie, in dem sie sich wohl und willkommen fühlen. Der Blick auf die hübsch eingerichtete Ecke erinnert uns auch in stressigen Situationen, dass wir nicht alleine, sondern von liebevollen Wesen umgeben sind. Nicht zu letzt ist es zudem ein Ort, an dem wir auch das göttliche in uns selbst immer wieder bewusst werden lassen können und uns selbst ehren. Hier dürfen wir einfach wir selbst sein.
Natürlich, können wir den Kontakt zu unserem Schutzengel und den anderen Wesen auch an jedem anderen Ort aufnehmen. Dennoch finde ich es schön, wenn wir zu Hause eine ganz besondere Stelle dafür haben.

Die „Grundbausteine“ für den Altar beinhalten folgende Dinge:
Als Symbol für die vier Himmelsrichtungen und Elemente
– Ein Schälchen mit Erde (Westen – Erde)
– Ein Schälchen mit frischem Wasser (Norden – Wasser)
– Ein Räuchergefäß (Osten – Luft)
– Eine Kerze (Süden – Feuer)
In die Mitte:
– Eine schöne Figur (Engel, Elfe, und Co.), die unsere Wünsche symbolisch weiter transportiert
Diese sollte höher sein, als die anderen vier Gegenstände. Falls dem nicht so ist, kann man sich auch eine kleine Erhöhung bauen.
Die „Stellvertreter“ für die Elemente und Himmelsrichtungen müssen nicht zwingend real geographisch richtig stehen. Wichtig ist nur, dass sie alle vorhanden sind.
Bei der individuellen Ausgestaltung sind der Kreativität keine Grenzen gesetzt und jeder kann nach eigenem Geschmack variieren.
Dazu kommen bei mir z.B. noch diverse andere Gegenstände, Blumen und Steine, die mir wichtig sind und/oder einfach schön aussehen.

Ich wünsche euch viel Spaß beim Einrichten und hoffe Ihr habt viele schöne Erfahrungen damit! 🙂

Die Lüge über Lächeln, positiv Denken und Verzeihen

Nachdenklich sitze ich vor dem Pc, als ich anfange diese Zeilen zu tippen. Den ganzen Nachmittag schon kommen mir verschiedene Erinnerungen in der Sinn. Situationen in denen ich selber schwer krank war oder extrem niedergeschlagen. Ich denke darüber nach, mit welchem Rezept sich Not beenden ließe. Eine universelle Antwort gibt es wohl nicht. Wenn ich an meine früheren und aktuellen Ängste, Sorgen und Erkrankungen denke, höre ich es in meinem Herzen schreien: „Ich will ich sein! Einfach nur ich sein! Und ich will das auch zeigen dürfen!“ Aber was bedeutet das?

Ich bin in einem familiären Umfeld aufgewachsen, in dem viel Wert darauf gelegt wurde zu funktionieren und nach außen eine Fassade zu wahren, egal wie es in mir aussieht. Dem entsprechend bin ich mit meinen Gefühlen umgegangen, sofern Sie überhaupt noch spürbar wurden. Lächeln, Funktionieren, Klappe halten. Als ich vor drei Jahren körperlich schwer krank wurde, ließ sich dieses Muster noch eine Zeit lang so fortführen, bis es schließlich zusammenbrach. Ich war eigentlich dazu gezwungen Stunden abzusagen und notwendige Behandlungen an mir durchführen zu lassen, aber ich dachte nicht daran, mich von meinem Körper klein kriegen zu lassen, bis er mich irgendwann ans Bett fesselte und den Funktionsmodus mit allem was er zur Verfügung hatte beendete. Herzrythmusstörungen, Krampfanfälle, Stoffwechselentgleisungen, Entzündungen überall im Körper, Schmerzen, Ohnmacht. Entsprechend meiner Profession machte ich mich auf die Suche nach der geistig-seelischen Ursache, dessen, was mein Körper nun so vehement auzudrücken versuchte und bemühte mich sämtliche gut gemeinten Ratschläge umzusetzen. „Positiv Denken!“, „Stell dir vor, wie du wieder gesund bist!“, „Lass dich nicht hängen!“, „Lächeln, das macht gute Gefühle!“, etc.
Gesagt – getan!
Ich lächelte, dachte positiv, stellte mit vor, wie es sein wird, wenn ich wieder gesund bin und natürlich hatte ich die Ursache daran festgemacht, dass ich alte Verletzungen nicht loslassen und verzeihen konnte, was also in Angriff genommen werden musste. Nach vorne schauen!
Die Reaktionen meines Körpers waren prompt. Mit jedem „positiven“ Gedanken noch eine schippe an Schmerz und unerträglichen Symptomen oben drauf, bis ich irgendwann nicht mal mehr Essen konnte. Mehrmals landete ich im Krankenhaus. Die Medikamente schlugen nicht oder nur teilweise an und gegen viele reagierte ich allergisch. Ich kämpfte um mein Leben.
Die Rettung brachte eines Tages meine beste Freundin, als ich vor Zorn, dass meine Bemühungen so gestraft würden und nicht fruchteten, voll Verzweiflung weinend mit ihr telefonierte.
„Meinst du nicht, dass du mal aufhören solltest vor deiner Erkrankung und vor dir selbst wegzulaufen?“
Nicht gerade das, was ich hören wollte und erwiderte entsprechend gereizt, dass ich das nicht täte und mich doch so viel damit beschäftigen würde.
„Nein. Du beschäftigst dich damit, wie du deine Symptome wieder los wirst, deine Geschichte verharmlost und wie es weiter geht, aber nicht damit, wie es dir jetzt wirklich geht und was die alten Erinnerungen wirklich in dir auslösen.“
Das Gespräch veränderte mein Leben.
Ich fing an zu lernen mich selbst zu spüren und einfach so zu sein, wie ich bin, zu weinen, den emotionalen Schmerz und die Ohnmacht in mir zu sehen und auszuhalten und erlaubte mir wütend zu sein und zu hassen. Ich hängte das „Verzeihen“ an den Nagel und begann mich mit der Vergangenheit auseinanderzusetzen, weil sie nicht Vergangenheit war, sondern meine Gegenwart bestimmte.
Die Medikamente fingen langsam an anzuschlagen, je mehr ich mich darauf einlassen konnte und mein Körper begann sich zu regenerieren.

Heute gehe ich wieder mit Freude meiner Heilerinnentätigkeit nach und habe aus dieser Zeit sicher auch viel dafür gelernt.
Ich erwarte nicht mehr, dass der Schmerz vorbei ist, wenn es in mir nunmal weh tut. Das hat seine Gründe und die Lösung finde ich nur, wenn ich hinschaue. Ich darf ohnmächtig sein. Ich erlaube mir manche Menschen für das zu hassen, was sie mir angetan haben und fühle mich gut dabei. Wenn ich wütend bin schreie ich und schlage auf Kissen ein, um das auszudrücken, was ausgedrückt werden will. Ich ziehe eine Fresse, wenn ich es für angebracht halte das zu tun und renne nicht mehr dauerlächelnd durch die Gegend, genauso wie ich aus vollem Herzen lache, wenn ich etwas einfach lustig finde.
Kurz: Ich versuche so gut ich kann „Ich“ zu sein und immer mehr herauszufinden, wer „Ich“ eigentlich ist.
Der Körper gibt mir recht und fühlt sich gut dabei.
Derzeit kann ich sogar wieder auf Medikamente verzichten.

Lächeln, Verzeihen und positiv Denken sind sicher wichtig und es ist gut selbst Hoffnung auf Heilung zu haben. Humor zu haben, erleichtert vieles. Die eigenen Gefühle so ernst zu nehmen, wie Sie nunmal sind, mit all dem Schmerz und den unverarbeiteten Erinnerungen umzugehen, sie zu sehen um sie letztlich gelöst zu integrieren, sind aber gleichwertige Bestandteile im Genesungsprozess. Vernachlässigen wir einen Teil stagniert die Heilung. Wenn wir es mit Lächeln und zukunftsorientiertem, positiven Denken übertreiben, kann das ebenso krank machen, wie etwa ungelöste Trauer oder Wut. Umgekehrt gesagt können gefühlte und gelebte Emotionen wie, Trauer, Schmerz, Wut und Hass ebenso heilen, wie Lächeln, positiv Denken und Verzeihen, wenn es das ist, was auf der „Waagschale“ im Leben bislang zu kurz kommt. Deshalb erachte ich es als so wichtig für die Heilung Klienten dabei zu unterstützen sich selbst und die eigenen unbeeinflussten Ursprungsemotionen (wieder) zu finden und dabei keine „Richtung“ vorzugeben. Ihr Körper, Ihre Seele und Ihr Geist wissen genau, was es braucht. Sobald wir wieder kongruent mit uns selbst sind, sind wir gesund.
Es gibt keine schlechten Gefühle, sie alle haben uns etwas wichtiges zu sagen und wollen uns helfen. Es ist wichtig Ihre Botschaft zu hören, dann sind die „schlechtesten“ unter ihnen die größten Heiler.

Umckaloabo von der Fensterbank

Die Geranie (Pelargonium) wächst im Sommer in vielen Gärten oder Balkonkästen. Derzeit gibt es ca. 280 verschiedene Arten. Allerdings wissen nur die wenigsten, dass die Pflanzen neben dem Schmuck für Fenster, Garten und Balkon auch andere sehr nützliche Eigenschaften haben. Wer sie selbst verwenden möchte, sollte allerdings darauf achten, sie schadstofffrei anzubauen und nur Erde und Dünger zu verwenden, der auch für andere essbare Pflanzen und Gemüse verwendet wird. Die Pflanzen sind nicht winterhart und müssen deshalb in Innenräumen überwintert werden.
Die gemeinsamen Vorfahren der Geranien kommen aus Südafrika. Dort haben die Arten Pelargonium sidoides und Pelargonium reniforme in der Umgangssprache der Zulu den Namen Umckaloabo, was übersetzt so viel heißt wie „Symptome für Lungenkrankheiten“/“Brustschmerz“, der vielen aus der Apotheke als Erkältungsmittel aus Pelargonienwurzelextrakt bekannt sein dürfte.
Geranien enthalten ätherische Öle, Cumarine, Phenolverbindungen, Gerbstoffe, Proanthocyanidine, Umckalin, Flavanoide, Amine und Kieselsäure. Sie haben hustenstillende, antibakterielle und antivirale Eigenschaften und nicht zuletzt wird auch ihr Duft schon lange in der Kosmetik und Aromatherapie eingesetzt.
Verwendet werden vor allem Blüten und Blätter, aber auch die Wurzeln.

Anwendungsbereiche:
Forscher fanden bei der Analyse der Pflanzen völlig neue, bisher unbekannte Naturstoffe, die als pflanzliches Antibiotika wirken. In der afrikanischen Volksmedizin werden sie erfolgreich zur Behandlung von Tuberkulose eingesetzt.
Wurzelextrakte und -Pulver haben die Fähigkeit eine Schutzschicht auf den Schleimhäuten zu bilden, die Bakterien und Viren fern hält. Deswegen werden Sie auch bei Erkältungen und Atemwegsinfekten eingesetzt. Das Wurzelpulver wurde von einigen Menschen bereits erfolgreich angewandt.
Auch bei Völlegefühl und verdorbenem Magen kann das Pelargonienpulver hilfreich sein.

Außerhalb der Heilkunde wird vor allem ihr Duft und Aroma gebraucht. Es gibt viele verschiedene Sorten und Duftgeranien mit kleineren Blüten. Mittelweile lassen sich die unterschiedlichsten Duftzüchtungen erwerben. Orange, Zitrone, Rose und mehr. Aus allen Duftpelargonien lassen sich aromatisierte Getränke und Speisen herstellen. Im Winter kann man das Pulver zum Würzen von Speisen und die Blätter in der Duftschale verwenden.

Erkältungspulver:
Getrocknete Pelargonienblätter zu Pulver zerreiben
Hilft bei beginnender Erkältung. In warmen Wein eingenommen vertreibt es Husten und Heiserkeit.
Über das Essen gestreut tut man sich ganz nebenbei etwas gutes gegen grippale Attacken.
Das Pulver wird ansonsten auf den Handrücken gestreut und aufgeleckt. Die Einnahme mit einem Metalllöffel ist nicht zu empfehlen.

Geranien-Eistee:
Frische Blätter von Zitronengeranien in Wasser oder Tee geben.
Im Kaltansatz die Blätter einige Zeit im Wasser ziehen lassen.
Schmeckt auch in Likören, Sekt und anderen Speisen, die Zitrone brauchen.

Hinweis:
Dieser Beitrag ist lediglich zur Information gedacht und stellt keinen Ersatz für den Gang zum Arzt, Apotheker oder anderen Heilberufen dar. Bei ernsthaften oder unklaren Beschwerden ist ein Arzt, Apotheker oder Heilpraktiker zu rathe zu ziehen, ebenso um Fragen zur fachgerechten Anwendung zu klären.
Für die Eigenanwendung wird keine Haftung übernommen.

Quellen:
Die Kräuter in meinem Garten – Siegrid Hirsch / Felix Grünberger – Freya Verlag
http://www.heilkraeuter.de/lexikon/umckaloabo.htm

„Das habe ich losgelassen.“

„Und wo haben Sie’s hingeschickt!?“, frage ich interessiert nach.
Der Klient schaut mich verduzt an.
„Ich meine, wo haben Sie den verletzten Teil von sich hingeschickt, den Sie da „losgelassen“ haben?“
„Keine Ahnung.“, bekomme ich zur Antwort und schaue in ein etwas irritiertes Gesicht.
„Das ist schade.“, antworte ich, „Denn wenn der Teil noch da ist, dann werden wir ihn dringend für Ihre Heilung brauchen, weil er bislang nicht heil, sondern verdrängt ist, weil er nie wirklich mit seiner Botschaft beachtet wurde und immer nur weggehen sollte. Wenn er wirklich nicht mehr da sein sollte, weil sie Ihn „losgelassen“, bzw. weggeschickt haben, dann wäre das im schamaninschen Sinne Seelenteilverlust und wir sollten uns dringend auf die Suche danach machen, dass sie diesen wichtigen Teil wieder integrieren und heilen können.“
Tränen rinnen über sein Gesicht.
„Ich sehe, der schmerzliche Teil ist gar nicht so weit weg, oder?“, sage ich sanft.
Tränenlaufen. Kopfschütteln.
Gemeinsame stille. Beisammen sein. Gehalten werden.
„Freut er sich denn, dass er gerade gesehen wurde und jetzt Beachtung bekommt?“, frage ich nach einer Weile.
„Irgendwie schon, ja.“, sagt mir sein tränenüberströmtes Gesicht mit einem leisen Lächeln.
Danach fangen wir an darüber zu sprechen und uns mit den unterschiedlichsten Hilfen gemeinsam auf den Weg der Heilung dieses Klienten und dem Schmerz in Ihm zu machen.

Schmerzliche Erfahrungen loszulassen geht ebenso wenig, wie wir Erfahrungen an sich auslöschen können. Die Dinge, die wir erlebt haben, sind passiert und brauchen einen Platz in unserem Leben. Das heißt aber auch nicht, dass wir für immer verzweifelt oder traurig sein müssen, auch wenn ein Ereignis noch so schlimm war! Wir können die Trauer, Wut, Verzweiflung und den Schmerz die ein Erlebnis ausmacht, nicht wegmachen, indem wir versuchen sie zu vergessen oder „nach vorne zu schauen“, wir können sie nur integrieren, ihnen Raum geben, das Erlebnis verstehen, einordnen und betrauern, so dass wir irgendwann damit gewachsen sind und neue Wege gehen. Es ist wichtig, dass das Alte seinen Platz in unserem Leben bekommt, um Raum für Neues zu eröffnen. Denn nur, wenn die Erfahrung ihren festen Platz hat, kann die Seele verstehen, dass sie vorbei ist.
Manchmal denkt man, dass das aber so unendlich viel Kraft kostet und man weiß gar nicht, ob man diese Kraft hat, den Schmerz auszuhalten ohne darunter völlig zusammenzubrechen. Ich möchte Ihnen Mut machen. Wenn Sie die Kraft dazu haben sich diese emotionalen Gewalten im Alltag vom Leib zu halten und bis jetzt überlebt haben, dann schaffen Sie es auch einmal wirklich hinzusehen und dafür die Kräfte, die sie bis dahin für die Beherrschung Ihrer Emotionen gebraucht haben endlich wieder frei für andere Dinge zur Verfügung zu haben. Und – Sie müssen da nicht alleine durch! Es gibt gute Hilfen und Rituale, die diesen Prozess beschleunigen und vereinfachen. Sanfte Methoden, die nicht überfluten. Dann ist es leichter.
Es lohnt sich!

Tränen sind für uns Menschen, wie Gießkannen für Blumen.
Wären sie nicht da, könnten wir nicht wachsen. Verweigert man einer Blume das Wasser, geht sie früher oder später daran zugrunde. Gießt man sie aber und erlaubt das „Regenwetter“, wie es kommt, schließt sie zwar Ihre Blüten zunächst und zieht nach innen, um sich zu schützen und von innen heraus zu wachsen. Die Kraft dieser „Regenzeit“ und des Wassers macht sie -gut genutzt – jedoch danach kräftiger und resistenter als vorher.

Das Eingangsbeispiel ist frei erzählt. Zwar kommen derartige Situationen bei meiner Arbeit als Heilerin durchaus so oder so ähnlich vor, dennoch bezieht sich der Text hier nicht auf eine spezifische Person oder Situation.