In den Welten der alten Eiche – Eine schamanische Adventsgeschichte

Ich lehne mit dem Rücken am Stamm des alten eichigen Baumriesen. Die Jahrhunderte verschmelzen. Sein Baumherz schlägt in meinem und mein Menschenherz in ihm. In die Kälte fallen Sonnenstrahlen. Ich singe: „E malama i ka heiau – Hold this Land in sacredness.“
Es ist eine heilige Zeit, in die wir eintauchen. Weihnachtszeit. Die Rauhnächte stehen ins Haus.
Die heilige Geburt des Lichts liegt in den Wehen.

Am Stamm der alten Eiche turnt ein Eichhörnchen wie Ratatosk am Ygdrasil. Über mir  Himmel, unter mir eine zauberhafte Welt. In den Wurzelheimen tief in der Erde bereiten die Erdgeister ihr Mittagsmahl. Aus ihren Kochtöpfen steigen kleine Nebelschwaden. Frau Zwerg bestellt bereits alles für das kommende Fest. Wintersonnenwende. Die Sonne hat am 21. Dezember ihren tiefsten Stand erreicht. Ab dann werden die Tage wieder länger. Ihre lebensspendende Kraft kehrt zurück. Es ist das Weihnachten der alten Kelten.  An meinen Fingern spüre ich die tiefen Rillen in der Baumrinde. Eine Wurzel lädt mich ein, mich auf ihr niederzulassen. Die Eiche hält mich in ihren schützenden Armen. Sie stärkt mir den Rücken, verwurzelt mich und lässt meine Seele weit über ihre Krone hinausfliegen.

Bald schon werden die Erdgeister die Unterwelt wieder verlassen und an der Erdoberfläche das neue Leben pflegen, beim säen helfen und im Mondenschein auf den sonnigen Lichtungen tanzen. Die Erde atmet aus.
Bis dahin schmücken immergrüne Zweige unsere Wohnungen und rote Kerzen künden die Fruchtbarkeit im neuen Jahr an. Schleifen aus rotem Bast am Weihnachtsbaum tragen unsere Wünsche in einen neuen Zyklus.

Frau Zwerg knabbert am Lebekuchen: „Herrlich, wie die Nüsse schmecken. So haltbar gemacht muss niemand Hunger leiden.“ Herr Zwerg schlürft aus seiner Eicheltasse Quellwasserpunsch. „Frau Holle, die alte Hel, ist müde. Bald wird Brigid ihr unter die Arme greifen. Die schwarze Dame macht dann wieder Pause und hält sich zurück. Hauptsächlich um die Toten und Erdschätze will sie sich dann noch kümmern“, verkündet der kleine Erdbewohner. „Also alles bestens! Die gute alte Holle! Das Freut mich zu hören! Am Ende des Winters geht ihr immer die Puste aus“, gluckst seine Frau. „Am Brunnen traf ich letztlich die Nornen“, erzählt sie weiter. „Sie gossen den Baum und losten um neues Schicksal für die Menschen.“ Dann dreht Sie sich um: „Oh, wir haben Besuch“, ruft sie aus. „Ein Menschenkind vom Rande Midgards sieht zu unseren Fenstern herein. Welch seltener Gast.“ Freundlich winkt sie mir zu und öffnet ihre Stube. Wir wechseln kurze, nette Worte. Dann verabschiede ich mich auch schon wieder. „Und fröhliches Fest!“ Sie seufzt: „Es ist schade, dass uns so wenige sehen. Über die Jahrhunderte wurden wir fast vergessen. Bald ist doch Weihnachten. Das Fest der Liebe. Wir sind in eurem Herzen.“  Zum Dank für den kurzen Einblick lege ich ein paar kleine Bergkristallchen vor das Wurzelhaus. In den Ästen des Baumes zwitschern die Vögel. „Nicht nur die Tiere sprechen an Weihnachten“, sagt die Eiche. „Auch wir Bäume sind bei euch.“

Mein Herz ist weit, als ich von der Wurzel aufstehe.
Götter und Ahnen flüstern im Wind.
„Ihr Kinderlein kommet…“, singen meine Gedanken.

Die Natur wartet auf euch.

Naturreligion im Steinwald


Ich öffne das Fester.
Ein tiefer Atemzug.
Frisch-kalte Luft.
In der schräg stehenden Sonne glitzern Gänseblümchen ihr „Guten Morgen“ in mein Herz.
Mit halb offenen Augen krabble ich aus meiner Zimmerhöhle in die Welt. Ich blinzle in die Helligkeit wie die zwei Käuzchen auf meinem Kalender.
Heut geht es in den Wald.
Artikelrecherche für die Zeitung.
Am Frühstückstisch genieße ich die Naturstimmung, die leuchtende Sonnenstrahlen in den Garten vor meinem Fenster zaubern. Ich freue mich auf die Zeit im im Freien. Dann packe ich meine Sachen und ziehe los.
Am Nachmittag bin ich wieder zurück am Schreibtisch und versuche die Eindrücke zu verarbeiten. Zwei Stunden lang zeigte mir ein Förster seine Aufgaben im Wald. Ich bin beeindruckt – von seiner Arbeit und von seinem Wesen. Sein Beruf ist oft hart, in seinem Fall aber wohl auch echte Berufung. Wer ihn reden hört, merkt schnell, dass Herzblut in seinen Worten steckt. Jeder Ton zeugt von Respekt und Achtung vor der Natur. Mit Sorgfalt pflegt er Pflanzen und Tiere. Nachhaltigkeit ist ihm wichtig. Gefällt wird nie mehr, als das, was nachwächst. Jäger ist er ungern, auch wenn es manchmal zu seinem Beruf gehört. Mit seinem Knowhow gelingt ihm der Spagat zwischen Ökologie und Ökonomie. Mit liebevoll gestalteten Lehrtäfelchen bekommen Waldbesucher Einblick in den vielschichtigen Aufbau und die Funktionsweise des biologischen Lebensraumes. Die Seele des Waldes wird spürbar. Für die Menschen der Region ist das Gebiet des Försters eine Bereicherung. Nebenbei erfahre ich von einem Eulenschutzprojekt mitten im Steinwald, sozusagen fast neben meiner Haustüre.
Als ich den Wald verlasse und in mein Auto steige bin ich beseelt. Ich Atme noch einmal bewusst die Luft der großen Baumlungen der Erde, ehe ich den Zündschlüssel umdrehe. Auf der Fahrt denke ich zurück, wie es in den einstigen Buchenwäldern wohl gewesen sein mag. Die Wälder als heilige Hallen der Kelten – wo sonst sollte Gott wohnen, wenn nicht in den Kronen der Urwaldriesen.
Bis in die kleinsten Teilchen des Waldes lässt sich wohl noch heute mehr von Gott finden, als in den großen Religionen.
Ein Waldspaziergang durch einen Kosmos an Wundern – Naturreligion.

Was ist das? 😉

Richtig!

Blauer Himmel.

Nicht eine Wolke war heute zu sehen und das Wetter war wunderschön.
Sonnenstrahlen zum Seele baumeln lassen und Kraft tanken.
Eine kurze Pause draußen zwischen den Aufgaben des Alltags.
Eine Tasse Tee am Abend zum Ausklingen.
Genießerschmusestunden mit den Katzen.

Einfach nur schön! 🙂

Die Glockenblumen


Die kleine Glockenblume nickte, vorsichtig sie vom Boden blickte, hinauf ins Licht.

Im Glockenblumenschirmchen munter,
die Elfen spieln und feiern drunter
und regnet es so wird nichts nass,
geschützt haben Sie weiter Spaß,
und schlafen wohl behütet ein
im Glockenblumenzauberheim.

Drum sei stehts achtsam zu den Pflanzen,
dann siehst du manchmal welche tanzen.
Gar freundlich helfen diese Wesen,
den Garten pflegen und verlesen.
Und bist du mal in Not und krank,
helfen sie dir, Gott sei Dank!

Doch knicke keine Glockenblum‘,
denn so wie sie dir Gutes tun
so Ehre sie und ihr zu Haus‘,
sonst ist es mit der Gunst schnell aus
und Unheil wird in deinem Heim
genau so wie in Ihrem sein.

Copyright by Sofie Dreßler

Die kleine Mimose kümmert

Die Seit einiger Zeit besitze ich ein Mimose und finde die Pflanze einfach nur schön und faszinierend. Ein leiser Windhauch, eine zarte Berührung und schon faltet Sie ihre Blätter schützend zusammen.
Seit kurzem kränkelt sie nun aber leider.
Tierchen oder andere Dinge, die ihr das Leben ersichtlich schwer machen, sind keine zu sehen. Der Topf in dem ich sie gekauft hatte schien langsam zu klein und so versuchte ich Sie zunächst einmal umzutopfen und mehr Erde und Raum für die Wurzeln zur Verfügung zu stellen.
Dennoch – Sie kümmert immer noch.
Ihrem Wunsch nach einem Standortwechsel bin ich nachgekommen. Vielleicht steht sie ja wirklich lieber an anderer Stelle. Hell, mit wenig direkter Sonne hatte sie zwar vorher schon, aber so Pflänzchen sind ja durchaus auch manchmal wählerisch.
Dazu kommt noch eine Behandlung mittels Energieübertragung mit den Händen und heilender Affirmationen, die ich passend herausgesucht habe. Was bei Mensch und Tier hilft, tut sicher auch den Pflanzen gut.
So wird sich das Pflänzchen hoffentlich doch noch bald erholen. 🙂

Umckaloabo von der Fensterbank

Die Geranie (Pelargonium) wächst im Sommer in vielen Gärten oder Balkonkästen. Derzeit gibt es ca. 280 verschiedene Arten. Allerdings wissen nur die wenigsten, dass die Pflanzen neben dem Schmuck für Fenster, Garten und Balkon auch andere sehr nützliche Eigenschaften haben. Wer sie selbst verwenden möchte, sollte allerdings darauf achten, sie schadstofffrei anzubauen und nur Erde und Dünger zu verwenden, der auch für andere essbare Pflanzen und Gemüse verwendet wird. Die Pflanzen sind nicht winterhart und müssen deshalb in Innenräumen überwintert werden.
Die gemeinsamen Vorfahren der Geranien kommen aus Südafrika. Dort haben die Arten Pelargonium sidoides und Pelargonium reniforme in der Umgangssprache der Zulu den Namen Umckaloabo, was übersetzt so viel heißt wie „Symptome für Lungenkrankheiten“/“Brustschmerz“, der vielen aus der Apotheke als Erkältungsmittel aus Pelargonienwurzelextrakt bekannt sein dürfte.
Geranien enthalten ätherische Öle, Cumarine, Phenolverbindungen, Gerbstoffe, Proanthocyanidine, Umckalin, Flavanoide, Amine und Kieselsäure. Sie haben hustenstillende, antibakterielle und antivirale Eigenschaften und nicht zuletzt wird auch ihr Duft schon lange in der Kosmetik und Aromatherapie eingesetzt.
Verwendet werden vor allem Blüten und Blätter, aber auch die Wurzeln.

Anwendungsbereiche:
Forscher fanden bei der Analyse der Pflanzen völlig neue, bisher unbekannte Naturstoffe, die als pflanzliches Antibiotika wirken. In der afrikanischen Volksmedizin werden sie erfolgreich zur Behandlung von Tuberkulose eingesetzt.
Wurzelextrakte und -Pulver haben die Fähigkeit eine Schutzschicht auf den Schleimhäuten zu bilden, die Bakterien und Viren fern hält. Deswegen werden Sie auch bei Erkältungen und Atemwegsinfekten eingesetzt. Das Wurzelpulver wurde von einigen Menschen bereits erfolgreich angewandt.
Auch bei Völlegefühl und verdorbenem Magen kann das Pelargonienpulver hilfreich sein.

Außerhalb der Heilkunde wird vor allem ihr Duft und Aroma gebraucht. Es gibt viele verschiedene Sorten und Duftgeranien mit kleineren Blüten. Mittelweile lassen sich die unterschiedlichsten Duftzüchtungen erwerben. Orange, Zitrone, Rose und mehr. Aus allen Duftpelargonien lassen sich aromatisierte Getränke und Speisen herstellen. Im Winter kann man das Pulver zum Würzen von Speisen und die Blätter in der Duftschale verwenden.

Erkältungspulver:
Getrocknete Pelargonienblätter zu Pulver zerreiben
Hilft bei beginnender Erkältung. In warmen Wein eingenommen vertreibt es Husten und Heiserkeit.
Über das Essen gestreut tut man sich ganz nebenbei etwas gutes gegen grippale Attacken.
Das Pulver wird ansonsten auf den Handrücken gestreut und aufgeleckt. Die Einnahme mit einem Metalllöffel ist nicht zu empfehlen.

Geranien-Eistee:
Frische Blätter von Zitronengeranien in Wasser oder Tee geben.
Im Kaltansatz die Blätter einige Zeit im Wasser ziehen lassen.
Schmeckt auch in Likören, Sekt und anderen Speisen, die Zitrone brauchen.

Hinweis:
Dieser Beitrag ist lediglich zur Information gedacht und stellt keinen Ersatz für den Gang zum Arzt, Apotheker oder anderen Heilberufen dar. Bei ernsthaften oder unklaren Beschwerden ist ein Arzt, Apotheker oder Heilpraktiker zu rathe zu ziehen, ebenso um Fragen zur fachgerechten Anwendung zu klären.
Für die Eigenanwendung wird keine Haftung übernommen.

Quellen:
Die Kräuter in meinem Garten – Siegrid Hirsch / Felix Grünberger – Freya Verlag
http://www.heilkraeuter.de/lexikon/umckaloabo.htm

Ein Kräutergarten für die Kräuterhexe

Schon länger hab ich mir ein kleines Kräutergärtchen gewünscht, in dem alle Kräuter, die ich oft und gerne bei den verschiedensten Wehwechen anwende, wachsen. Bereits die letzten Jahre habe ich damit begonnen wichtige Essenzen, Öle und Salben selbst anzusetzen. Es macht Spaß und ich kenne dadurch wirklich jeden einzelnen Bestandteil einer Tinktur oder Salbe. So wirken sie für mich einfach noch besser. Die Pflanzen werden mit Liebe gepflegt und später auch verarbeitet. Die Pflanzengeister bekommen kleine Gaben als Dank und Ausgleich für ein ausgewogenes Geben und Nehmen.
Nun habe ich diese Jahr die Gelegenheit genutzt und damit begonnen selbst eine Ecke im Garten umzugraben und einige Kräuter darin anzusiedeln. Bis jetzt gibt es Rosmarin, Thymian, verschiedene Beinwellarten, Baldrian, Kamille, Lungenkraut, Quendel, Melisse, Minze, Zitronen- und Orangenverbene, Frauenmantel, Ringelblumen, die leider noch etwas klein sind und manch andere tolle Gewächse. Einen kleinen Auszug davon sieht man oben auf den Fotos. Ich bin richtig stolz drauf.
Und weil ich ja als Kräuterhexe auch einfach mal was naschen will, haben sich auch zwei Blaubeersträucher, Johannisbeeren und Stachelbeeren dazu gesellt. 🙂

Was daraus so alles werden wird, wozu man es verwenden kann und wie ich die Kräuter verarbeite, werde ich dann berichten, wenn es soweit ist.
Ich freu mich drauf und bin schon ganz gespannt. 🙂