Lache und dein Herz gehört dir

„Ich lerne immer besser, liebevoll über mich selbst zu lachen“,
steht auf der Karte, die ich als Anregung für diesen Blogbeitrag gezogen habe. Erst einmal muss ich in mich gehen und die Botschaft auf mich wirken lassen. Es geht um das Herzchakra.

Als ich heute Abend nach Hause kam, war ich ziemlich gefrustet. Gerade habe ich ein neues zusätzliches Studium angefangen. Der erste Tag verlief einigermaßen chaotisch. Zeitpläne waren zwar vorhanden, wurden aber nur grob eingehalten. Listen, in die man sich sofort eintragen sollte, waren noch nicht gedruckt, wie sich aber erst später herausstellte. Der Umgang mit den Studienportalen scheint kompliziert. Eine Flut an Informationen überrollte mich. Am Ende war die kleine Perfektionistin in mir so im Stress, dass es mir nach Vorlesungsschluss richtig schlecht ging.
Beim erneuten Blick auf die Karte muss ich schmunzeln.
Den ganzen Tag habe ich mich stressen lassen und mir selbst Druck gemacht, bin wie eine wilde über den Campus gerannt, um pünktlich zu sein, die Listen und Aushänge zu beachten und kompetent von Anfang an alles richtig zu machen.
Aus dem Schmunzeln wird ein Lachen. Skurril. So viel Stress um nichts.
„Es ist dein erster Tag, man! Es kann schonmal passieren, dass dann nicht gleich alles glatt läuft“, schüttle ich über mich selbst den Kopf. Auch die Professoren haben mit der Organisation vieles noch nicht auf die Reihe bekommen. „Chill dein Leben und mach langsamer“, denke ich mir und merke wie die Anspannung mit jedem Lächeln mehr von mir abfällt.

Manchmal nehmen wir uns viel zu ernst. Die Regeln und Anforderungen des Alltags überfordern uns so, dass wir in alten Reflexmustern reagieren und mit einer Ernsthaftigkeit an manche Dinge heran gehen, die sie gar nicht verdient haben. Lachen nimmt ihnen die Macht. Man nimmt die Situationen und auch sich selbst nicht mehr so wichtig, dass sie einen derart Beeinflussen und steuern dürften. Wir werden Mensch. Dürfen Fehler machen und können auch unserem Gegenüber wieder offen begegnen. Bei aller Ernsthaftigkeit verlieren die Wirrungen des Alltags mit einem Lächeln an Dramatik.
Und dann ist es plötzlich automatisch da: Unser Herz.
Wir gewinnen wieder an Mitgefühl für uns selbst und die Bedürfnisse unserer Seele, sehen und entlasten gleichzeitig den verletzten Teil, der in so große Not kam und begleiten den Stress mit Freude nach draußen.

Schmunzel doch mal!
Auch wenn du grade nicht weißt wieso. 🙂

 

Quelle:
Die gezogene Karte wurde entnommen aus: Die Chakra-Energie Karten, Walter Lübeck, Windpferd Verlag, Oberstdorf 2012, 8. Auflage

Die Eule auf meiner Schulter

Eine Eule sitzt auf meiner Schulter und schaut mir beim Schreiben auf die Finger.
Mein „Heilerin sein“ wandelt sich.
Das spüre ich in den letzten Tagen.
Es bekommt eine andere Tiefe und andere Orte.
Es wird größer.
„Wieso bist du gerade jetzt da“, frage ich den gefiederten Besuch aus der Anderswelt.
„Weil du mich brauchst“, ist die klare und sehr logische Antwort auf meine Frage.
„Wobei genau unterstützt du mich gerade, lieber Freund?“
„Du musst durch die Nacht. Deine Seele öffnet sich langsam aber beständig für ihr wahres Sein. Ich weiß, wie man in der Nacht den klaren, fokussierten Blick behält“, erklärt mir der Begleiter daraufhin weiter.
In der Tat fällt es mir in den letzten Tagen oftmals nicht leicht den Überblick zu behalten, wenn die Angst mich überrollt.
„Deine Beziehungen verändern sich, der alte Schmerz bricht auf, einiges geht zu Ende, vieles beginnt neu. Das schmerzt dich, aber es ist die Kraft, die daraus frei wird, die dich zu deiner Bestimmung führt.“
Ich verstehe, auch wenn ich gerade selbst nicht weiß, wohin alles führen wird. Es tut gut, die liebevolle Präsenz der Eule an meiner Seite zu spüren. Eine Beziehung hätte ich lieber nicht auf die Art und Weise verloren, wie es gerade geschieht. Andererseits fühle ich sehr genau, dass sie in der aktuellen Form nicht mehr weitergehen kann. Sie funktioniert nur, wenn ich mich selbst darin verrate. Ich darf nicht wirklich ich sein und sie überschreitet meine absoluten Grenzen. Dazu bin ich nicht mehr bereit. Vielleicht gibt es einen Neunanfang irgendwann…
Die Eule streichelt mir mit dem Flügel zart über den Kopf. „Du hast den Kontakt zu uns. Wir werden dich begleiten. Sei dir sicher“, tröstet sie mütterlich, während ich mich in Gedanken anschmiege.
Stumm genieße ich die Eulenenergie um mich herum und lasse mich ein Stück durch die Lüfte tragen.
Unsere Seelentiere sind wertvolle Begleiter. Sie zu entdecken ist ein Schatz. Mit ihrer Führung heilen Sie und bringen uns auf den Weg, unserer Bestimmung.

Eulundra trifft die Eulenfrau

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Ins Herz schuhut: Gandalf, die kleine Weißgesichtseule, nimmt gemütlich auf meiner Hand platz und blickt tief in meine Seele.

Eulundra hat nicht umsonst die Eule als Teil des Namens. Schon lange begleiten mich die Tiere als weise Unterstützer im Alltag und bei der Arbeit.
Ein beeindruckendes, euliges Erlebnis durfte ich mit den Eulen von Bianka Wolf machen. Die Falknerin und Heilpraktikerin hat mit den gefiederten Freunden ganz besondere Therapiekollegen an ihrer Seite. Sind sie anwesend, braucht es nicht viele Worte um Emotionen fließen zu lassen.
Von der kleinen Weißgesichtseule „Gandalf“ bis zur großen Uhu-Dame „Saphira“ hat jede Eule ihre eigenen Lektionen im Gepäck. Während manche gerne kuscheln und sich streicheln lassen, fordert Saphira Respekt und die Wahrung ihrer Grenzen. Dann setzt sie sich auch auf den Arm und ist bereit dort etwas zu verweilen.
Tief ins Herz blicken sie alle.
Neben Lachen und Freude, sind auch Tränen im Therapieraum willkommen. Bianka weiß als Fachfrau und mit ihrer einfühlsamen Art damit umzugehen. Ihr Mann ergänzt bei Bedarf mit seinem Know-how als Live- und Businesscoach, um das Leben in glückliche Bahnen zu lenken.
Auch bei mir fließen die Tränen, als mit dem Chacokauz „Radagast“ auf der Hand der Stresspegel das erste Mal seit Monaten etwas abfällt. Trotz meiner Aufgewühltheit ruhen die Eulen in sich. Sie vermitteln Stabilität, wo für mich die Welt ins Wanken gerät. Ich heile. Meine Seele findet Raum. Auch im Gespräch.
Am Ende gehe ich mit guten neuen Ideen und dem Gefühl mir selbst nahe gekommen zu sein nach Hause. Die Erfahrung hat mich bereichert. Auf allen Ebenen.
Meinem Krafttier Eule bin ich auf diese Weise ein großes Stück näher gekommen.
Wenn bei Bianka Wolf die Eulenaugen in die Seele blicken und sie als Mensch die Hand reicht, entsteht der Raum ganz selbst zu sein und alles wird möglich.

Das stumme Gespräch

Ich sitze gerade im Wartebereich einer Klinik, um eine Verletzung behandeln zu lassen, als sich direkt neben mich zwei Damen setzen. Ein etwas jüngerer Mann, der mir schon vorher gegenüber saß, rückte näher, da er die beiden offenbar kannte und auf sie gewartet hatte. Ein lautloses Gespräch begann. Gestik und Mimik gewannen mehr und mehr an Intensität. Die offenbar stummen Damen waren mit dem Herrn schon bald in einer stummlautstarken Diskussion. Hin und wieder war ein klatschen mit den Händen zu hören oder ein Schnalzen. Obwohl ich keine Gebärdensprache spreche, verstand ich. Vielleicht nicht jedes Detail, aber die Emotion. Die Wut, die Verzweiflung und die Hilflosigkeit.
Bald kam ein Arzt, rief sie auf und nahm sie mit.
Ich blieb sitzen.
In Gedanken lauschte ich noch einmal der gerade erlebten Situation nach.
Menschen sagen uns so viel über sich selbst. Worte sind dabei oft gar nicht nötig. Wenn wir offen sind, können wir allein über Mimik und Gestik so viel über unser Gegenüber erfahren, wie es ihm geht, was es braucht. Wir sollten uns öfter die Zeit nehmen die „Stummen“ zu hören, das was zwischen den Zeilen steht, das was Menschen nicht sagen oder aussprechen können, denn das ist es, was ihre Welt bewegt.

Schon wieder das Ego…

Das Ego oder auch niedere Selbst ist in der spirituellen Szene oft eher unbeliebt.
Man strebt nach den Erkenntnissen des höheren Selbst, wohl auch, weil es dort so etwas wie Existenzängste und Unsicherheiten scheinbar nicht gibt und es das Leben vermeintlich angenehmer macht. Es geht um Ganzheit, so sein zu wollen, wie man selber wirklich ist, die eigene Seele voll zu entfalten. An sich ein toller Wunsch! Ein Weg muss her in diese rundum glückliche, sichere Welt des höheren Selbst, dass alle Antworten kennt. Also losmeditiert, dann ab zur Yogastunde, direkt hinein in den „Vegan essen“-Kurs, weil die Ernährung den Kontakt wohl maßgeblich beeinflusst, nicht mehr Werten, keine Bedürfnisse haben, nur noch lieben. Vergessen wird dabei, dass das Ego zur Ganzheit dazu gehört. Was der Highway zum Glück und sich selbst sein sollte, wird dann nicht selten eine rasende Kamikazeflucht vor dem irdischen sein, die irgendwo im Nirgendwo endet.
Das Ego, das arme Kerlchen, wird dabei völlig unterschätzt.
Wir sind beides – geistig, seelische Wesen und körperlich inkarnierte Menschen.
Wir brauchen den Kontakt nach oben zu unseren spirituellen Wurzeln genau so, wie die Wurzeln hier auf dieser Erde zu unserer Erdmutter.
Während uns das höhere Selbst die Infos und Führung zur Verfügung stellt, um unseren Seelenplan und die Bedürfnisse unserer Seele wahrnehmen zu können, ist uns das Ego die sichere Landkarte was wir ganz praktisch hier auf der Erde brauchen und wo es fehlt. Es zeigt uns den Ansatz, um die spirituellen Dimensionen auch umsetzen zu können. Wo unser Körper leidet, da leiden wir insgesamt. Das ist ja gerade die Herausforderung die Weite unseres geistigen Ursprungs im beschränkten körperlichen Menschenkörper umzusetzen. Wenn wir reine seelische Wesen sein wollten, bräuchten wir nicht zu inkarnieren und Erleuchtete, die es bereits zu Lebzeiten geschafft haben, wieder rein seelische Wesen zu sein, tun das in der Regel auch nicht mehr.
Es ist das Ego, dass uns zeigt, dass es jetzt Zeit ist sich abzugrenzen, um bei sich selbst bleiben zu können.
Es ist das Ego, dass uns durch Angst, Neid und Unwohlsein zeigt, wo ein Mangel herrscht, der behoben werden sollte.
Es ist das Ego, das uns erlaubt zu werten, um den richtigen Weg für uns zu finden.
Und das ist gut so!
Einen eigenen sicheren Standpunkt und eigene Werte zu haben, ist gerade in der heutigen Zeit wichtiger denn je!

Das Ego ist ein gleichberechtigter Teil von uns. Wenn wir unser Ego, unser Ich, verlieren, verlieren wir uns selbst.
Das Ego ist unser Kompass auf dem Weg zurück nach Hause zu uns selbst, das es Wert ist gehört zu werden, anerkannt zu werden und mit dem wir zusammenzuarbeiten müssen, wenn wir glücklich sein/werden wollen.
Ein „Daumen hoch“ und „gefällt mir“ für das Ego. 😉

Ein gesundes neues Jahr 2017!

Von Herzen ein gesundes und glückliches neues Jahr!
Mögen Ying und Yang stets ausgeglichen sein und die Sonne für alle scheinen.

Auf dem Video hört ihr mich drei kurze Mantren singen.
Das erste für die Weiblichkeit, das zweite für die Männlichkeit und als drittes das Gayatri-Mantra, das heilendes Licht und Sonne für das Leben spendet.

Viel Spaß beim Zuhören und einen guten Start damit ins Jahr 2017!

Der Heiler hat immer Recht!?

Der Heiler hat immer Recht.
Er besitzt besondere Fähigkeiten, die andere Menschen nicht haben und die er zusätzlich noch jahrelang besonders trainiert und geschult hat. In die Ausbildung hat er oft viel Zeit und Geld investiert. Er sieht in die Aura, spürt Energien, kann mit Wesen aus der geistigen Welt kommunizieren, erhält Führung und Anleitung von seinen Geisthelfern und hat besondere Kräfte die es Ihm erlauben die Selbstheilung seines Klienten anzuregen. Gute Gründe von sich selbst mehr, als überzeugt zu sein.
Jemanden der derart Begabt ist und derartige Fähigkeiten hat, hinterfrägt man in seinen Aussagen doch nicht! Oder doch!? Immerhin darf man dankbar sein, dass einem diese Botschaften übermittelt wurden. Oder etwa nicht!?

Die Einleitung ist bewusst etwas provokant gewählt, da ich an dieser Stelle gerne zum nachdenken anregen möchte.

Ich bin Heilerin aus Leidenschaft.
Ich lebe und liebe diese Tätigkeit aus vollem Herzen.
Ich bin dankbar für die wundervollen Fähigkeiten, die mir gegeben sind.
Und für das medizinische Grundwissen, das ich gelernt habe.
Ich bin dankbar für das Vertrauen, dass meine Klienten mir schenken.
Ich bin dankbar für jeden kritischen Klienten, der meine Aussagen für sich nachspürt und überprüft und damit zeigt, dass er bereit ist auch sich selbst zu trauen.
Ich freue mich über die kleinen und großen Erfolge, die ich täglich als Lohn für die gemeinsame Arbeit mit den Klienten sehen darf!

Immer wieder erlebe ich es, dass Menschen vor mir sitzen, für die ich nicht die erste Heilerin bin, die Sie aufsuchen. Sie erzählen mir z.B., dass Herr/Frau XY gesagt hat, dass Sie nur wieder gesund werden, wenn sie jetzt sofort etwas bestimmtes tun oder sich von etwas bestimmten trennen. Dass sie die Ursache für ein Problem ganz klar in einer bestimmten Situation/Verhalten erkennen. Dass Ihre Aura an einer bestimmten Stelle einen schwarzen Fleck habe und das für etwas schlechtes stehe. Oder die eigene Wahrnehmung der Klienten wird völlig untergraben, weil Herr und Frau Heiler XY ja viel besser spüren, welche Wesen da um jemanden herum sind, etc. Das Bauchgefühl klopft vielleicht an und rumort, aber Herr und Frau XY wissen es ja bestimmt besser, als sie selbst.
Derartige Erfahrungen hinterlassen dann eine Not, weil der/die Klientin nicht wissen, wie sie nun damit umgehen sollen. Die „Bilder“ die vermittelt wurden lassen sich nicht integrieren. Das Verhalten kann nicht so geändert werden, wie es vorgegeben wurde. Situationen lassen sich nicht so einfach abschließen. Was da erzählt wurde macht Angst. Die Ratschläge werden teils verzweifelt Versucht umzusetzen, doch das führt nicht zu einer Lösung des ursprünglichen Problems, sondern führt sogar noch zu einer Verschlimmerung. Die Scham kommt dazu, dass man das einfach nicht hinkriegt und zu schwach dazu ist. Besonders gefährlich wird es, wenn der Heiler XY auch noch damit spielt, alle Verantwortung abwehrt und das nicht funktionieren seiner Ratschläge, als Unvermögen des Klienten deutet.
Bis die Klienten sich trauen sich Hilfe für diese Nöte zu holen und so mutig sind eine „Zweitmeinung“ einzuholen dauert es oft.

Liebe Klientinnen,
Heiler sind Menschen!
Alle!
Genau wie Ihr.
Mit Fehlern und Schwächen.
Je nach Fähigkeiten, Begabungen und Ausbildungen haben HeilerInnen die Möglichkeit Impulse zu geben, die die Selbstheilungsfähigkeiten anregen.
Wenn sich etwas nicht gut für euch anfühlt, ist es nicht gut.
Der best-gemeinte Heilimpuls kann nicht Heilen, wenn er wieder zu einer Blockade führt, weil irgendetwas daran nicht stimmig ist und euer Bauch rumort oder anderer Meinung ist.
Bei einem guten Heiler, ist es möglich darüber zu sprechen und das zu klären ohne dabei ein schlechtes Gefühl vermittelt zu bekommen oder in irgendeiner Art und Weise Druck oder Zwang zu verspüren. Schon gar nicht sollen Aussagen oder Teile der Anwendungen Angst machen!
Wenn das der Fall ist – Hände weg!
Und sich bei Bedarf Hilfe holen!
Ein guter Heiler/Heilerin wird es begrüßen die innere Stimme seiner KlientInnen hören zu dürfen, das entgegengebrachte Vertrauen wertschätzen und respektvoll sein weiteres Tun daran ausrichten. Er/Sie ist nicht abgehoben und schwebt in anderen Welten, sondern besitzt eine gesunde Bodenhaftung!
Wie soll jemand der dauerhaft in einer anderen Welt schwebt, jemandem helfen, der in dieser lebt!?
Ich bitte meine Klienten in der Regel darum mir ihre Gefühle und Wahrnehmungen während einer Anwendung rückzumelden, dass wir darüber reden können und gegebenen Falls eine Lösung finden, wenn etwas nicht stimmig sein sollte. Die Heilimpulse müssen individuelle den Menschen angepasst werden und nicht umgekehrt. Genau so, wie die Geschichte jedes einzelnen Menschen unterschiedlich ist, so ist es auch der Weg der Heilung.

Euer Bauch hat, was euere Heilung betrifft, immer recht!
Nicht der Heiler oder die Heilerin und keine andere Person dieser Welt!
Sie dürfen euch lediglich das Werkzeug reichen, das ihr gerade braucht.

Morgen und Elster


Bin gerade eben aufgestanden,
habe angefangen durch die Welt zu wanken,
mich in das Grau des Morgens zu begeben
und in Gedanken meinen Tag zu weben.

Stell mir noch im Traum schon viele Fragen.
Welchen Plan wird meine Seele haben?
Wie geht es weiter? Wo will ich hin?
Bin ich richtig wo und wie ich bin?

Zum Fenster schaut die Elster rein,
Regentropfen fall’n auf Stein,
zerspringen beim Aufprall auf der Erden –
wie kann ich hier nur glücklich werden?

Liebes, lass das Denken sein,
spüre in dein Herz hinein,
denn bei allem Schmerz der ist,
weiß es wer du wirklich bist
und lass eines dir jetzt sagen,
du bist gewiss in allen Tagen
gut, genug und liebenswert,
egal was dich das Leben lehrt.

Die Seele bleibt trotz allen Dingen,
und Schmerzen die Erfahrung bringen.
strahlend rein wie Diamant –
Engel reichen dir die Hand.

Die Elster balanciert geschwinde
übers Dach trotz Gegenwinde
und hebt ab zum freien Flug –
Das ist es was das Leben tut.

17.11.2016, © Copyright by Sofie Dreßler

Samhainhimmel


Heute ist so ein wunderschöner Herbsttag! Die Autostrecke durch den Wald heute Morgen war richtig zum genießen. Der Himmel ist klar und doch liegt immer wieder leicht glasiger Nebelschleier hoch am Horizont. „Die Schleier werden dünner“, denke ich beim Anblick der Natur. Es ist Samhain.

Die Kelten feierten zu dieser Jahreszeit ein ausgelassenes Fest zusammen mit ihren toten Ahnen. Sie deckten den Tisch für mehr Personen ein, als in der menschlichen Welt anwesend waren, luden die Verstorbenen ein und freuten sich, dass die Schleier zur Anderswelt einmal im Jahr so dünn sind, dass es möglich ist dieser anderen Welt und ihren lieben Verstorbenen zu begegnen. Rat, Kraft und Hilfe bekam man von den Seelen.
Bräuche um Allerheiligen gibt es viele.

Ich persönlich wünsche mir in diesen Tagen, dass immer mehr Menschen diesen Bezug zu den Anderswelten wiederfinden, wie er uns allen einmal so selbstverständlich war, bevor das Christentum uns die Wurzeln wegnahm.
Auf den Friedhof werde ich morgen nicht gehen. Meine Verbindung zu lieben Vorfahren spüre ich auf eine andere Weise. Ich werde an sie denken, ihnen eine Kerze anzünden und mit ihnen reden, wie es sich ergibt. Es geht nicht um die äußere Ausübung von (pseudo-)religiösen Handlungen, sondern um die innere Haltung dabei und das was uns unser Herz und Bauch an diesen Tagen erzählen. Dort können wir über unser Gefühl uns selbst und die Anderswelt erfahren. Erlaubt ist alles, womit man sich wohlfühlt. Dazu gehört auch, dass es vollkommen legitim ist, diesen Kontakt oder das absolvieren von irgendwelchen Ritualen abzulehnen, wenn es im Leben vom ein oder anderen derzeit einfach (noch) nicht stimmig ist. Die Anderswelten machen uns Angebote. Was wir annehmen entscheiden wir selbst ohne jede Wertung. So oder so ist es dann aber eine bewusste Entscheidung mit dem Wissen dass es die andere Welt gibt, wenn wir Hilfe oder Kontakt wollen. Dann findet jeder seinen ganz eigenen Weg, wie er diese Tage verbringen möchte.
Mit sich und den Anderswelten im Einklang. 🙂