Beltane – Das Fest an dem die Elfen tanzen

In der Nacht zum 1. Mai ist es wieder soweit. Die Elfen tanzen und springen an Beltane. Über den Winter hatten sie sich in den Schoß von Mutter Erde zurückgezogen. Nun feiern sie ihre Wiederkunft. Wer die Natur in den letzten Wochen aufmerksam beobachtet hat, konnte leicht bemerken, wie das Leben zurückgekehrt ist.

In der Zeitrechnung der Kelten beginnt nun das Sommerhalbjahr. Man freute sich, dass die wachstumsspendende Sonne ihre volle Strahlkraft wiedererlangt hat. Bei einem Frühlingsfest feierten die Kelten die Vermählung von Himmel und Erde. Lebensfreude, Wachstum und Fruchtbarkeit sollten die kommenden Tage nun bestimmen. Gegen Winterende waren in der damaligen Zeit kaum noch Nahrungsmittel vorhanden, die Vorräte längst aufgebraucht. Übergroß zeigte sich dann die Freude, wenn aus dem Boden die ersten nahrhaften Kräutlein sprossen.

In der sogenannten Walpurgisnacht sind bis heute einige Brauchtümer erhalten geblieben. Bei der übermütigen Feier gehörten lustige Streiche der Burschen dazu. Der Maibaum mit seinem Kranze diente als Verbildlichung eines übergroßen Phallus mit Vulva. So wurde die Vermählung von Mann und Frau symbolisiert. In den Kranz flocht man junges Maigrün und Kräuter. Davon erhoffte man sich Gesundheit und den Segen der göttlichen Liebe. Fruchtbarkeitszauber aller Art durften in dieser Nacht nicht fehlen. Zudem erfüllte der Maibaum im Sommerhalbjahr eine wichtige Schutzfunktion. Am höchsten Punkt der Stadt aufgestellt, diente er als Blitzableiter. So sollten Stallungen und Häuser bei Gewitter verschont bleiben. In vielen ländlichen Gegenden blieb der Tanz um den Maibaum bis heute erhalten, wenn auch seine ursprüngliche Bedeutung teils verloren ging.

Im Volksglauben heißt es in der Nacht vom 30. April auf den ersten Mai würde sich die Fülle des göttlichen Zeigen. Unterirdische Schätze stiegen hoch, Brunnen spendeten Wein statt Wasser, Weidenzweige wurden zu Wünschelruten, der Tau machte besonders schön und gesund. Das Heil war vor allem dem neuen Grün zu verdanken.

Die Walpurgisnacht war die heiligste Nacht des Keltenjahres. Am fröhlichen Fest der Hoffnung und Freude nahmen auch die Priester teil. Die Maivergnügen mit ihren teils orgiastischen Riten waren den christlichen Missionaren später ein Dorn im Auge. Undenkbar wäre es gewesen, sie, wie die anderen Jahreskreisfeste in ein kirchliches Fest zu übernehmen. So wurden daraus die Hexentreiben auf den Blocksbergen.

Wollen wir ein Stück des Festes ganz persönlich aufleben lassen, bietet es sich an, sich in diesen Tagen genau zu überlegen, welche eigenen Unternehmungen in diesem Jahr „fruchtbar“ werden sollen. Auf einen Zettel geschrieben können wir ihre Energie in einem Maifeuer frei werden lassen oder laut vorgelesen dem Universum übergeben. Andere Fragen wären beispielsweise: Was wollen wir im übertragenen Sinne gebären? Wohin wollen wir unsere Energie nun verwenden? Wohin muss sie fließen, um unsere Wünsche zu verwirklichen? Wohin soll sie nun nicht verschwendet werden? Sind geben und nehmen im Einklang? Oder überwiegt in meinem Leben das männliche oder weibliche Prinzip? Schön finde ich es persönlich auch immer wieder, mich hinzusetzen und einfach in mich hineinzuspüren, was diese Jahreszeit mit mir macht. Was sind meine eigenen Themen im Zusammenhang mit dieser Energiequalität?

Und um nicht nur auf der Metha-Ebene zu bleiben: Paare, vor allem wenn sie sich ein Kind wünschen, können den Zauber der Nacht auch direkt für ganz besonders romantische Stunden nutzen. 😉

Quellenangaben: Inge Resch-Rauter, „Unser keltisches Erbe“ und „Auf den Spuren der Druiden“, Teletool Edition